Fondation Beyeler

 
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Mittwoch, 6. Juni 2012

Ein neuer Rahmen

Ein neuer Rahmen

 

In der Sammlung Beyeler gehört Acanthes zu den grössten Werken und ist das grösste gerahmte und verglaste Bild. Die Neurahmung soll die nach Matisse «auf das Wesentliche reduzierte Form» akzentuieren. Als «Fenster in die Welt des Bildes» spielt ein Zierrahmen bei der Erfahrbarkeit des Kunstwerks eine bedeutende Rolle. Er ist Vermittler zwischen dem Werk und seiner Umgebung. Der Rahmen sollte das umschlossene Bild nicht dominieren, ihm aber auch ein angemessenes Gegengewicht bieten, damit das Bild seine Wirkung zu entfalten vermag. Die Rahmung ist aber auch eine wesentliche konservatorische Massnahme, da sie dem Schutz des Werks dient. Ein Rahmen stabilisiert die Struktur, und durch eine spezielle Verglasung werden empfindliche Oberflächen vor Schmutz, mechanischen Beschädigungen und schädigenden Lichtstrahlungen geschützt.

Besondere Sorgfalt wurde bei Acanthes auf ein ästhetisch optimales Ergebnis gelegt. Während des intensiven Findungsprozesses arbeiteten die Restauratoren eng mit Rahmenspezialisten und den Kuratoren der Fondation Beyeler zusammen.
Dazu wurde zum einen der Frage nachgegangen, welche Holzart mit welcher Fassung am besten zum Werk passt, zum anderen, wie breit das Profil der Rahmenleiste sein kann, um einen harmonisch proportionierten Rahmen zu erhalten. Als besonders nützlich erwiesen sich extralange, direkt an das Werk gehaltene Musterleisten, mit deren Hilfe über mehrere Schritte die definitive Leiste ermittelt werden konnte.

Hinsichtlich der schützenden Verglasung ist es glücklicherweise heute möglich, durch eine Sonderanfertigung eine Acrylglasscheibe aus einem Stück zu erhalten. Im Gegensatz zur ehemaligen Scheibe ist nun keine störende Klebenaht mehr vorhanden, und zugleich ist ein optimaler Schutz vor schädigender UV-Strahlung gewährleistet.